Lücke am Bahnsteig

Babyboomer und die Aktienmärkte

Die Generation „Babyboomer“, also die Geburtsjahre 1945 bis 1965 sind die nächsten Pensionisten bzw. bereits in Pension. In einer Umfrage der AXA Versicherung wurde diese Generation zu ihrem Wissen über Börse, Aktien und Geldanlage befragt.

Das Ergebnis ist leider eine Katastrophe. Dieser Generation fehlt größtenteils das Wissen über grundlegende Investmentregeln und Vorgänge an den Aktienmärkten. Aus diesem Wissensmangel resultiert Abneigung und häufig sogar Angst vor dem Thema Geldanlage in Aktien.

Auf die Frage nach der optimalen Anlagedauer bei Aktieninvestments geben sie durchschnittlich 31 Monate an. Das sind nicht einmal drei Jahre! Fachleute empfehlen hier 8 – 10 Jahre! Es wundert daher nicht, dass so viele Menschen von ihren Investments, sofern sie welche getätigt hatten, enttäuscht waren. Mit dieser Erwatungshaltung kann die Sache nur schiefgehen.

Das generelle Problem liegt aber viel tiefer. Für viele Menschen dieser Altergruppe ist der Börsenhandel etwas Schlechtes, Unmoralisches, Geld an der Börse zu verdienen ist für sie verwerflich, geradezu ausbeuterisch. Fast 40% lehnen ein Investment am Aktienmarkt aus Prinzip ab! Und für 65% ist der Handel mit Aktien etwas, von dem nur Experten etwas verstehen.

Diese negative Einstellung verhindert, dass das mühsam angesparte Vermögen zumindest inflationssicher angelegt wird. Geld bleibt auf Sparbüchern liegen und verliert Jahr für Jahr rd. 2% an Kaufkraft. Zum eigenen Schaden und zum Schaden der Erben.

Ich verstehe natürlich, dass man sich mit diesem Thema nicht selbst beschäftigen will. Es ist teilweise komplex und viele „Berater“ machen in ihren Beratungsgesprächen eine Geheimwissenschaft daraus. Viele Fachvokabel und Börsenchinesisch beeindrucken oder zumindest verwirren die Kunden, so dass sie nicht merken, welche Luftnummern ihnen verkauft werden. Denn es gibt Produkte, die nur einen Zweck haben: viel Provision für den Vermittler.

Mit meinem Geburtsjahr 1958 bin ich mittendrin in dieser Babyboomergeneration. Auch ich bin mit vielen Vorurteilen über Geld, Geldanlage, Reichtum aufgewachsen. Glücklicherweise durfte ich in den letzten zehn Jahren eine Menge dazu lernen und konnte mir meine eigene Meinung zum Thema Kapitalmarkt bilden.

Wenn Sie sich mit mir zu diesem Thema unterhalten wollen, dann freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme:
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rebstockblüte

Wiener Gemischter Satz

rebstockblüteWiener Gemischter Satz – ein Traditionswein

Eine alte Methode der Weinbauern im Raum Wien ist der Anbau vieler verschiedener Rebsorten in einem Weingarten. Das Ergebnis ist der Wiener Gemischte Satz. Dieser kommt jetzt wieder verstärkt in Mode und das aus gutem Grund.

Das Klima ändert sich, das Wetter wird zunehmend unberechenbarer (wenn es denn je berechenbar war). Da der Weinertrag sehr stark von der Qualität der Blühphase abhängt, kann eine Gewitternacht zum falschen Zeitpunkt die Ernte fast völlig vernichten. Stehen jedoch unterschiedliche Rebsorten im Weingarten, so erwischt das Gewitter nur einen Teil der Blüten, der Rest überlebt. Damit wird das Risiko eines Totalverlustes nahezu ausgeschlossen. Der Winzer hat sozusagen einen gute diversifizierten Weingarten angelegt.

Weingarten = Portfolio

Was der Winzer mit gutem Grund tut, sollte jeder Sparer ebenfalls tun. Niemals alles Geld in eine Veranlagungs- oder Sparform stecken. Das Verlustrisiko steigt dadurch immens an. Ein paar schlechte Nachrichten, z.B. ein tweet des US Präsidenten, können einzelne Veranlagungsklassen einbrechen lassen.

Richtige Diversifikation

Wer jetzt meint, er hätte mittels Sparbuch, Bausparer und kapitalbildender Er- und Ablebensversicherung bereits bestens gestreut, irrt gewaltig. Alle diese Sparformen haben als größten Feind die Inflationsrate. Zu niedrige Zinserträge abzüglich KESt. und Inflation bringen nur Verluste. Zusätzlich nagen bei den verschiedenen Lebensversicherungsprodukten noch die hohen Kosten am Ertrag.

Gut diversifiziert, also Risikominimierung durch Streuung, ist man nur dann, wenn viele verschiedene Anlageklassen im richtigen Verhältnis zueinander genutzt werden. Besonders wichtig ist ein Investment an den internationalen Aktienmärkten. Nur dadurch werden Erträge erwirtschaftet, die die Inflationsrate nachhaltig übertreffen.

Weitere Informationen

Wenn Sie mehr wissen möchten, dann kontaktieren Sie mich: Termin online vereinbaren, giefing@finanzberatung-wien.biz oder anrufen +43 699 19047359 – jederzeit gerne!

Für eine Veranlagung doppelt zahlen?

Für Fonds doppelt zahlenEin neuer Kunde hat mir einen Anlagevorschlag einer großen österreichischen Bank vorgelegt. Das Ziel des Kunden war einfach: rd. 500.000€ veranlagen und damit in neun Jahren seinen endfälligen Frankenkredit tilgen.

Der Vorschlag der Bank, verpackt in einem zentimeterdicken Papierstapel, enthielt natürlich nur jene Produkte, für die es eine Provisionsvereinbarung zwischen Bank und Fondsgesellschaft gibt. Soweit so normal.

Spannend wurde es bei den Kosteninformationen:

Vorgeschlagen wurde unter anderem ein Dachfonds, der intern in kostengünstige ETF investiert. Der Kunden allerdings muss dafür zweimal Ausgabeaufschlag zahlen: einmal an die Fondsgesellschaft und einmal an die Bank. In Summe rd. 8%. Weiters verrechnet die Fondsgesellschaft jährlich 2,5% Verwaltungskosten UND die Bank auch noch 1,38%. Und bei der Rücknahme möchte die Bank auch nochmal gerne 1,78% vom Volumen.

Selbstverständlich wurde eine fondsgebundene Lebensversicherung vorgeschlagen, obwohl der Kunde bereits zwei ähnliche Produkte seit Jahren bespart.

Auch ein spezieller Immobilienfonds war dabei: Ausgabeaufschlag über 7%! In diesen wurde natürlich einer der größten Brocken vom ganzen Investment hinein geplant. Wer hier an eine Provisionsmaximierung denkt, liegt wahrscheinlich nicht ganz falsch.

In dieser Art wurde ein Portfolio aufgebaut, dass für den Kunden im ersten Jahr 10% an Kosten erzeugt und lfd. jährlich 3%.

Jetzt ist der Kunde informiert und weiß, was so eine Veranlagung tatsächlich kostet (keine Ausgabeaufschläge und pro Jahr rd. 0,4%). Das für ihn neu erstellte Portfolio orientiert sich an der Aufteilung am Vorschlag der Bank (damit niemand behaupten kann, es wäre zu riskant und für eine Kreditbesicherung nicht geeignet) und wird demnächst der Bank präsentiert. Der Kunde wird bei diesem Termin kompetent durch uns unterstützt und begleitet. Dabei werden die Bankspesen sicher ein Diskussionsthema sein, denn vieles ist verhandelbar.

Man sieht, eine unabhängige Honorarberatung zahlt sich aus. Das Honorar für die Beratung fällt in Relation zu den eingesparten Kosten nicht ins Gewicht.

Wachstum durch Investieren

Was uns von Wertpapieren abhält: Vier verbreitete Meinungen

Wachstum durch WertpapiereWertpapiere sind nur etwas für Reiche

Das häufigste Argument, warum nicht in Wertpapiere veranlagt wird: Ich habe kein Geld bzw. zu wenig Geld.

Mit Wertpapieren können auch kleinere Summen auf großen Aktienmärkten gewinnbringend veranlagt werden. Selbst mit einem Anlageplan von nur 100€ pro Monat kann in die größten Aktiengesellschaften der Welt veranlagt werden. Breiter streuen geht nicht.

Abgesehen von einer gewissen Reserve für Unvorhergesehenes sollte kein Geld auf täglich fälligen oder gebundenen Sparbüchern liegen. Gerade wer Risiken scheut, erleidet mit dieser „Geldanlage“ ein großes Risiko: das Inflationsrisiko. Jeder Euro am Sparbuch fällt täglich im Wert, pro Jahr sind das aktuell über 2% Kaufkraftverlust.

Können Sie sich bei einer durchschnittlichen Löhnerhöhung von 1,5% einen jährlichen Verlust von über 2% leisten?

Wertpapiere sind zu komplex

Am Markt gibt es mehrere Tausend verschiedene Wertpapiere. Natürlich kennt sich ein Laie nicht aus, worin er investieren soll. Kompliziert sind Wertpapiere nicht. Im einfachsten Fall spiegelt ein Investmentfonds einen Aktienindex: alle Aktien, die in einem Index (z.B. DAX) enthalten sind, werden im gleichen Verhältnis auch im Fonds gehalten. Dafür braucht es kein großartiges Management und keine Marktanalysen, das kann ein Computer erledigen. Solche Fonds haben eine äußerst günstige Kostenstruktur im Gegensatz zu Fonds mit Fondsmanagement.

Dieses Investment ermöglicht es jedem Anleger in jeden gewünschten Markt weltweit zu investieren.

Die Auswahl und Betreuung erfolgt durch einen Berater wie mich. Ich zeige meinen Kunden eine Auswahl an Fonds, die auf die jeweilige Lebenssituation und die Ziele abgestimmt sind. Ist ein Depot eingerichtet, kann eine laufende Betreuung vereinbart werden. Dadurch wird das Depot beobachtet, es können Absicherungsstrategien eingerichtet werden und es gibt einen regelmäßigen Kundenkontakt.

Das Kapital ist langfristig gebunden

Gerade die Veranlagung in Wertpapiere ermöglicht es, flexibel auf die Lebensumstände zu reagieren. Natürlich gibt es einen sinnvollen Anlagezeitraum, der möglichst nicht unterschritten werden sollte, trotzdem ist der Kunde immer in der Lage, an sein Geld zu kommen.

Ich achte darauf, dass meine Kunden nur in sehr große und somit sehr liquide Produkte investieren. Dadurch ist ein Kauf oder Verkauf meist innerhalb von wenigen Stunden (zu Börsezeiten) möglich. Eine „Bindefrist“ oder „Strafabschläge“ für eine vorzeitige Auflösung der Veranlagung gibt es nicht (im Gegensatz zu den verschiedenen Lebensversicherungsprodukten).

Gerade was das langfristige Veranlagen in Immobilien betrifft, muss man sich darüber verschiedene Gedanken machen. Es ist durchaus sinnvoll, in die eigengenutzte Immobilie zu investieren. Ist es jedoch sinnvoll, darüber hinaus noch Immobilien (z.B. Vorsorgewohnungen) zu erwerben?

Die Nachteile von Immobilien sind:

  • geringe Liquidität: Sie können nicht einen Teil einer Wohnung verkaufen – ganz oder gar nicht!
  • Miethöhen sind stark von der Lage abhängig und diese kann sich im Laufe der Zeit auch negativ verändern. Sogenannte A Lagen sind für private Kleinanleger nicht zu bekommen. Selbst B Lagen sind wenige am Markt. Alles unter B ist möglicherweise nicht mehr so lukrativ.
  • Nachteilige Gesetzesänderungen sind immer möglich.
  • Ein rascher Wechsel aus einem weniger lukrativen zu einem besseren Standort ist nicht möglich.

Wertpapiere sind zu risikoreich

Viele Studien zeigen immer wieder, dass Veranlagungen am Aktienmarkt, die länger als 15 Jahre gehalten wurden, in der Vergangenheit keine Verluste erlitten haben. Wer bspw. in den DAX investiert ist/war, konnte bei allen 15-Jahresperioden der letzten 50 Jahre immer mit Gewinn aussteigen. Manchmal nur kleine einstellige Prozente, zeitweise aber auch im zweistelligen Prozentbereich.

Wird mittels regelmäßigem Anlageplan (monatliche Einzahlung) veranlagt, dann profitieren Sie vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt (siehe Video).

Riskant sind Anlagen in einzelne Aktien oder Anleihen, denn hier kommt es viel auf den Zeitpunkt an. Wesentlich weniger riskant sind Investments in breit gestreute Fonds. Wer mit einem Kauf in 1.600 Firmen weltweit investiert, ist hier auf einem guten Weg.

Wenn Sie mehr wissen möchten, dann kontaktieren Sie mich: Termin online vereinbaren, giefing@finanzberatung-wien.biz oder anrufen +43 699 19047359 – jederzeit gerne!

Nachhaltig investieren kann sich rentieren

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Nachhaltig investieren – Investieren ohne schlechtem Gewissen

Haben Sie beim Thema Aktien und Börse ein schlechtes Gefühl? Würden Sie gerne in mit gutem Gewissen investieren?

Ich wurde letztens bei einem Gespräch mit der Meinung konfrontiert, dass die Börsen und der Aktienhandel so ziemlich an allen Wirtschaftsproblemen in der Welt schuld seien.

Bis zu einem gewissen Grad stimmt das auch. Jeder kennt die Geschichten von Aktiengesellschaften, die nur auf die Ausschüttungen an die Aktionäre schauen und nicht auf den nachhaltigen Geschäftserfolg. Die Konsequenzen sind Auslagerungen, Kündigungen oder Kosteneinsparungen auf dem Rücken der Mitarbeiter.

Das kann von einem Investment in Aktien durchaus abschrecken.

Nachhaltige Fonds

Aber es geht auch anders. Ein relativ junger Zweig in der Fondsbranche sind sogenannte nachhaltige Fonds. Hier wird strikt darauf geachtet, dass die Firmen sich bestimmten Kriterien unterwerfen.

Diese Kriterien, ESG genannt (steht für Environment, Social and Governance = Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) werden von unabhängigen Stellen festgelegt. Die Firmen erhalten ein ESG Ranking je nach Grad der Erfüllung.

Ausgeschlossen sind unteranderem Firmen aus der Waffenproduktion, Palmölproduktion, Tabak und Alkoholherstellung und die Atomindustrie.

ESG-zertifizierte Fonds

Die Erträge, die solche nachhaltig investierenden Fonds erwirtschaften, sind gut. Die Top 5 der ESG Fonds haben seit 1. Jänner 2017 Renditen zwischen 3,5 und 6,5% erwirtschaftet.

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GEWINN 2017/03: Artikel über Robo Advisor

Vor einigen Wochen traf ich Linda Benkö, eine Finanzjournalistin. Sie wollte für einen Artikel meine Meinung zum Thema Robo Advisors wissen. Und jetzt ist der Artikel da und ich werde zitiert! Ich fühle mich geehrt 🙂

Den gesamten Artikel können Sie hier nachlesen: GEWINN 2017/03.

SMARTe Finanzziele (Teil 3)

Wir sind beim Buchstaben „A“ angelangt. „A“ steht für „akzeptiert“ oder „attraktiv“.

Unser Gehirn denkt am liebsten in Bildern. Je leichter sich ein Bild aus einem Sinneseindruck generieren lässt, umso leichter wird es auch abgespeichert. Jetzt sagen viele Forscher, dass wir aus „nicht“ oder „kein“ keine Bilder konstruieren können und unser Gehirn daher einen Umweg machen muss, wenn folgende Zielformulierung ankommt:

„Ich will nicht mehr billigst auf Urlaub fahren müssen!“

Ein negativ formuliertes Ziel fordert unser Unterbewusstsein direkt heraus, es nicht zu akzeptieren. Es entsteht dabei kein motivierendes Bild.

Ziele, die unser Unterbewusstsein liebt, sind immer positiv formuliert, sie beschreiben den erwünschten Zustand anstatt des unerwünschten. Um sie auch langfristig zu verankern, muss man sich das Ergebnis möglichst „bunt und leuchtend“, also mit allen Sinneseindrücken vorstellen.

Nur wer seinem Unterbewusstsein seine Ziele gut verkauft hat, wird auch langfristig die richtigen Entscheidungen treffen.

Wer einen Sparplan für seine Pension startet, sollte diesen auch durchhalten. Auch, wenn die Versuchung gross ist, das Geld dann doch wieder für etwas anderes auszugeben.

Kleiner Seitenschwenker: angeblich entscheidet unser Unterbewusstsein einige Millisekunden vor dem bewussten Ich. Das bedeutet, dass fast alle Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ fallen und wir uns im bewussten Denken dann die Entscheidungen des Unterbewusstseins nur mehr logisch begründen.
Kennt vermutlich jeder, wenn es um einen Kauf eines Luxusartikel geht. Wir stehen vor der Auslage oder surfen einen Onlineshop an und dann passiert’s: da ist etwas, das wir schon immer haben wollten und jetzt auch noch mit Rabatt! Das Unterbewusstsein hat schon lange entschieden: kaufen! Der Rabatt ist dann der Köder, damit wir den Kauf auch logisch begründen können z.B. gegenüber der Ehefrau 🙂

Wer in dieser Situation sein Unterbewusstsein mit dem richtigen Ziel auf Kurs gebracht hat, wird einer solchen Versuchung leichter widerstehen, weil er weiß, warum er sein Geld lieber spart, als für kurzfristigen Konsum auszugeben.

Eine mögliche positive Formulierung zu obigen Beispiel könnte sein:

„Ich werde in 5 Jahren meine Urlaube in 5 Stern Hotels verbringen“ Damit erfüllt das Ziel gleich noch ein Kriterium: eine festgelegte Dauer – aber dazu später.

(Fortsetzung folgt)

SMARTe Finanzziele (Teil 2)

Im Teil 2 der S.M.A.R.T.en Finanzzielsetzungen geht es um das Thema „Messbar“

Jedes gesetzte Ziel muss in irgendeiner Form messbar sein. Denn nur so ist ersichtlich, ob man auf dem richtigen Weg ist oder nicht. Negative Abweichungen vom Ziel sollten so rasch wie möglich behoben werden.

Wenn Sie einen Fondssparplan verwenden, sind Sie in der glücklichen Lage, diesen jederzeit nach oben oder unten anpassen zu können. Je nach Lebenslage können Sie mehr oder weniger einzahlen, ohne das Ihnen dadurch Kosten entstehen.

Wer bereits ein Depot mit Onlinezugang hat, kennt das natürlich: ein Blick auf den Depotstand zeigt, wie weit man mit der Erreichung seines Zieles bereits ist. Abhängig von der Zeit bis zur Zielerreichung ist es einfacher oder schwieriger festzustellen, ob alles gut läuft oder nicht.

Meist hilft ein einfacher Finanztaschenrechner, um aus der Verzinsung der Vergangenheit eine Prognose auf die Zukunft abzuleiten. Solche Prognosen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, aber solange niemand von uns gesichert in die Zukunft blicken kann, bleiben sie das einzige Mittel für die Erfolgsmessung einer Veranlagung.

Links zu verschiedenen Onlinefinanzrechnern
Anmerkung: berücksichtigen Sie die 27,5% KESt. indem Sie von den erwarteten Zinsen diesen Prozentsatz abziehen!

http://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php
http://www.offerio.de/sparplan-rechner.php
http://www.finanz-tools.de/sparrechner.php

Mit diesem hier können Sie auch die KESt. berücksichtigen:
http://www.online-rechner.at/zinsen

SMARTe Finanzziele (Teil 1)

Den Begriff S.M.A.R.T. beim Setzen von Zielen werden einige vermutlich schon gehört haben. Für alle anderen: die Abkürzung bedeutet Spezifisch, Messbar, Akzeptiert, Realistisch, Terminiert.

Ziele, so sagt man, sollen SMART definiert werden, damit sie auch umgesetzt werden.

Wie kann man die SMART Regeln auf Finanzziele anwenden?

Spezifisch

Spezifisch bedeutet, dass ein Ziel möglichst genau definiert werden muss. Also kein „ungefähr“, „ca.“, „vielleicht“ in der Definition. Wer als Ziel die Pensionsvorsorge hat, legt möglichst genau fest, wie viel Geld dann verfügbar sein soll. Ziele müssen auch positiv formuliert sein. „Ich will in der Pension nicht arm sein“ reicht als Zieldefinition nicht aus, „Ich will in der Pension 3000€ pro Monat haben“ ist die bessere Formulierung. Über realistisch oder nicht reden wir später.

Ich würde als Daumenregel das aktuelle Nettogehalt mit einer Inflationsrate von 2% auf die Jahre bis zur Pension hochrechnen. Dann davon die prognostizierte staatliche Nettopension abziehen. Die aufgerundete Lücke ergibt die monatliche Zusatzpension.

Wenn Sie heute 2.000 €pro Monat verdienen, dann müssten Sie in 20 Jahren bei 2% Inflation 2.970€ verdienen um Ihre Kaufkraft zu erhalten. Das wäre dann Ihr Startwert für die Pensionslückenrechnung. Mathematische Unterstützung gibt’s hier.

Wenn Sie die Zusatzpension x 14 rechnen, wissen Sie, wie viel Ihre Veranlagung pro Jahr an Gewinn nach Steuern abwerfen muss. Wenn Sie jetzt von 3% Nettorendite ausgehen, müssen Sie Ihren Jahresbedarf durch 3 dividieren und mit 100 multiplizieren und Sie kennen Ihre notwendige Depotsumme.

Beispiel:

Ihre berechnete Lücke beträgt 500€ pro Monat, dann benötigen Sie 7.000€ pro Jahr an Zuzahlung. 7.000€ / 3 * 100 = 203.250€ Depotwert. Sie verbrauchen dann nur den Depotgewinn und nicht das Grundkapital.
Darüber werden sich Ihre Erben freuen! Oder Sie verbrauchen das Kapital teilweise für die Übersiedlung in ein komfortables Pensionistenheim 🙂

Alternativ können Sie auch Ihr Kapital über die Jahre aufbrauchen, dann verringert sich der notwendige Depotwert deutlich:
Wenn Sie mit 102.000€ starten, können Sie bei 3% Rendite 20 Jahre lang 500€ als Zusatzrente entnehmen und haben am Ende noch 20.000€ am Depot.

Diese Depotsumme erreichen Sie, wenn Sie 30 Jahre 150€ pro Monat sparen (Annahme: 4% Rendite pro Jahr).

Welche Möglichkeiten es am Veranlagungsmarkt gibt, zeige ich Ihnen gerne bei einem persönlichen Gespräch.

Morgen geht es dann weiter mit „Messbar“.

Mehr Kostentransparenz bei kapitalbildenden Versicherungen

Bisher konnte ein Kunde die Kosten für eine kapitalbildende Lebensversicherung und einer Fondsveranlagung nur schwer vergleichen. Die diversen Abschluss- und Verwaltungskosten bei den Versicherungsprodukten standen nur im Kleingedruckten und in einer für Laien meist unverständlichen Form. Diese Praxis wurde in der Vergangenheit auch von diversen Konsumentenschutzorganisationen bereits gerügt.

Ab 1.1.2017 müssen nun für Versicherungsanlageprodukte, also Versicherungsprodukte mit einem Anlageelement, im Speziellen fondsgebundene Lebensversicherungen sogenannte „KID“ veröffentlicht werden. KID = Kundeninformationsdokument. Diese Art der Kundendokumente gibt es für Investmentfonds schon etwas länger.

Die EU Verordnung nennt sich „PRIIP“, zu Deutsch „Verordnung über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte“. Diese Verordnung gibt es schon seit 2014, ab 31.12.2016 muss sie in den EU Ländern in Kraft treten.

Ziel ist die Vergleichbarkeit der Kosten zwischen verschiedenen Veranlagungsprodukten.

Für die Konsumenten müssen folgende Punkte klar ersichtlich sein:

  • Name und Details zum Produktanbieter
  • Worum handelt es sich? Welche Ziele verfolgt das Produkt? Welche Leistungen sind zu erwarten (im schlimmsten Fall, im besten Fall, bei mittelmäßigem Erfolg, bei Eintreten des Versicherungsfalles)?
  • Was passiert, wenn der Produktanbieter die Leistungen nicht erfüllen kann (z.B. bei Insolvenz der Versicherung)
  • Genaue Kostenaufschlüsselung (direkte, indirekte, einmalige, laufende, bei Einstieg / Ausstieg in das /aus dem Produkt)
  • Vorgeschlagene Behaltedauer, wie wirkt sich eine vorzeitige Kündigung auf die Rendite und das Risiko aus

Damit kann ein Kunde in Zusammenarbeit mit seinem unabhängigen Finanzberater die Unterschiede zwischen Produkten mit einer Versicherungskomponente und ohne leichter verstehen. Es lassen sich die Kosten dem Nutzen gegenüberstellen und damit eine Entscheidung treffen, wie und wo investiert werden soll.

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, wie Sie Ihr Geld langfristig anlegen sollen, dann stehe ich gerne für ein Gespräch zur Verfügung. Termine gibt es Online, per Telefon (0699 19047359) oder per eMail (giefing@finanzberatung-wien.biz)