Gemanagter Fonds vs. ETF – die Transaktionskosten

Wenn gemanagte Fonds Geld von den Kunden erhalten, dann müssen sie neue Fondsanteile auflegen und dementsprechend ihr Portfolio aufstocken. Aufstocken bedeutet Aktien (oder Anleihen) kaufen. Kaufen kostet eine Gebühr. Diese Gebühr wird auf ALLE Kunden aufgeteilt. Auch die andere Richtung, das Verkaufen, verursacht Kosten. Wenn also ein Großanleger sein Portfolio umschichtet und einen großeren Brocken verkauft, dann muss das Fondsmanagement (wenn die „Portokasse“ nicht reicht) investierte Anteile verkaufen. Kostet auch wieder Geld.
Dummerweise kann so etwas innerhalb weniger Tage passieren: Rein und Raus. Bezahlen müssen das alle Anleger. Also ist an den hohen Transaktionskosten oft nicht das Fondsmanagement Schuld, sondern das Verhalten der Anleger. Würde mehr längerfristig investiert, könnten die Kosten gesenkt werden.
Es bewahrheitet sich die alte Weisheit: Hin und her macht Taschen leer
Passive Fonds (ETF) gehen anders vor. Hier kauft und verkauft der Anleger nicht bei der Fondsgesellschaft, sondern bei einem „Market Maker“. Dieser Market Maker arbeitet direkt an der Börse und verkauft dem Kunden Fondsanteile. Sind keine Anteile verfügbar, dann stellt der Market Maker dem ETF die notwendigen Aktien oder Anleihen zur Verfügung, dadurch entstehen neue Fondsanteile, die an den Kunden weitergegeben werden.
Und die Kosten? Da die Anteile direkt an der Börse gehandelt werden, bezahlt der jeweilige Kunde selber die Gebühren (über die Geld-Brief-Spanne). Eine Umverteilung der Kosten auf alle Anleger erfolgt nicht. Die Gebühren in Verbindung mit einem günstigen Depot sind relativ gering (abhängig von der investierten Summe).

Smarte Fonds – das Beste von zwei Welten

ETF (Exchange traded funds) in ihrer ursprünglichen Form bilden einfach einen Index nach. Ein DAX ETF investiert in die Aktien aller im DAX gelisteten Firmen. Die Investitionshöhe entspricht der DAX Struktur: je höher die Marktkapitalisierung (=das Aktienvolumen) einer Firma ist, umso stärker ist sie im Index vertreten und daher auch im Fonds. Dass es hier verschiedene „Replikationsmethoden“ gibt sei nur am Rande erwähnt.

Ein sehr simples und kostengünstiges Verfahren, denn es braucht „nur“ ein Computerprogramm, welches je nach Änderung des Index kauft oder verkauft. Dieses sogenannte Rebalancing erfolgt in regelmäßigen Abständen (bspw. quartalsweise). Solche Fonds haben bekanntermaßen sehr geringe Verwaltungsspesen – gut für den Fondskäufer.

Aber da die Finanzbranche immer nach Optimierungen und besseren Erträgen sucht, hat man Fonds erfunden, die eine sogenannte „Smart Beta“ Strategie verwenden.

Smart Beta bedeutet, dass ein Index nicht mehr 1:1 repliziert wird, sondern die Auswahl und Anzahl der Aktien, die in den Fonds gekauft werden, folgt speziellen Kriterien.

Smart Beta Kriterien (Auswahl)

Eine Strategie nennt sich Low-Volatility-Strategy. Damit ist gemeint, dass die Titelauswahl jene Firmen bevorzugt, deren Aktien wenig schwanken. Dadurch reduziert sich automatisch die Schwankungsbreite des ETF.

Andere Fonds nehmen die Dividendenhöhe als primäre Steuergröße.

Eine weitere Variante gewichtet den Fondsaufbau nach verschiedenen Fundamentaldaten der Firmen (bspw. dem Kurs-Gewinn-Verhältnis).

Vorteil und Nachteil

Die Vorteile sind eine bessere Ertragsaussicht bei geringerem Risiko (geringere Schwankungsbreite). Der Nachteil: solche smart beta Fonds sind etwas teurer als die Standard-ETFs.

Wobei teurer relativ ist: wir reden hier von Kosten zwischen 0,2% (Standard ETF) und bis zu 0,6% (smart beta ETF). Also immer noch meilenweit von den gemanagten Fonds entfernt (bis 4% pro Jahr).

Smart-Beta-Fonds sind meiner Meinung nach eine gelungene Kombination aus zwei Welten: eine Titelauswahl ähnlich den gemanagten Fonds und geringe Kosten ähnlich den reinen Indexfolgern. Sie eignen sich hervorragend zur breiteren Streuung in einem Portfolio.

Wer mehr wissen will: Termin online vereinbaren, giefing@finanzberatung-wien.biz oder anrufen +43 699 19047359 – jederzeit gerne!

Warum es schwer ist, etwas zu tun

Da hat man gute Vorsätze, ist bereit, will alles besser machen und dann? Dann holt einem der Alltag ein.

Wovon man gestern noch begeistert war, wird heute schon wieder in Frage gestellt.
Was man gestern als die neue Richtung entdeckt hat, erscheint heute als möglicher Irrweg.

Ich erlebe das manchmal bei Erstberatungen: mein Gesprächspartner (meine Gesprächspartnerin) scheint von meinen Argumenten überzeugt. Es werden schon Überlegungen über die Höhe der Veranlagungssumme angestellt, die finanziellen Zielen definiert. Es scheint alles in bester Ordnung zu sein. Dann vereinbaren wir eine Bedenkzeit, denn ich will niemand überreden oder überrumpeln.

Beim nächsten Telefonat scheint dann vom Besprochenen und Festgelegten nur mehr wenig gültig zu sein. Woran liegt das?

Vielleicht daran:

Es ist nicht besonders schwer, etwas zu tun, aber es ist viel leichter, etwas NICHT zu tun!

In den wenigen Tagen zwischen Gespräch und Anruf zwecks Terminvereinbarung für ein konkretes Veranlagungsgespräch kommen die Bedenken. Möglicherweise auch ausgelöst durch Gespräche mit Freunden und Verwandten. Denn jeder kennt jemanden, der schon „alles verloren“ hat. Der schlecht beraten wurde, etc.

Die zweite Barriere könnte auch sein, dass man sich von altbekannten Dingen (z.B. dem Sparbuch) trennen und neue Wege gehen muss. Und es ist natürlich viel einfacher, alles beim Alten zu belassen.

Die Wünsche und Träume, die beim Beratungstermin noch wichtig waren, werden als nicht erreichbar eingestuft und abgelegt.

Das ist natürlich sehr schade. Viele gute Investmentgelegenheiten gehen so verloren, nichts wird geändert und ganz schlimm: dieses Verhalten wird an die nachfolgenden Generationen quasi „vererbt“.

Folgen Sie meinem Rat: beginnen Sie mit einem kleinen Teil Ihrer Ersparnisse. Wechseln Sie in eine Sachwertveranlagung. Ich kann Ihnen eine breite Palette an möglichen Investments inklusive einer Verlustbegrenzung anbieten, ganz nach Ihrem Risikobewusstsein. Hier geht’s zur Terminvereinbarung.

Was erwarten Sie sich?

Wer nichts Großartiges erwartet,
kann auch nichts Großartiges bekommen.

Was sagen Sie? Sind Sie eher der Typ „… was kann das schon können?“ oder der „… das schau ich mir mal an!“? Gehen Sie mit einer positiven oder einer negativen Einstellung durch das Leben?

Ich weiß, fast jeder hat schlechte Erfahrungen in seinem Leben gemacht. Die Frage ist nur: wie gehe ich damit um? Ist ab sofort alles nur mehr Mist oder gibt es eine zweite Chance, einen zweiten Versuch oder auch einen Dritten? Reicht eine schlechte Erfahrung gleich für das ganze Leben oder sollte man manche Dinge nicht doch nochmal probieren?

Für den zweiten Versuch kann man ja aus dem missglückten ersten Versuch Erfahrungen ableiten und es besser machen. Man muss ja den gleichen Fehler nicht zweimal machen.

Also beispielsweise aus einer missglückten Veranlagung lernen, warum diese nicht funktioniert hat:

  • das Veranlagungsprodukt nicht verstanden?
  • einfach auf der Hausbank irgendetwas unterschrieben, weil der Berater (eigentlich Verkäufer) es empfohlen hat?
  • der Veranlagung nicht die nötige Zeit zur Entwicklung gelassen?
  • unter Zeitdruck gehandelt?
  • die Kosten nicht genau hinterfragt?

Es gibt so viele Fehler, die man machen kann, aber man kann so viel richtig machen, wenn man sich einen vertrauenswürdigen Berater (natürlich auch Beraterin :)) sucht.

Jede Veranlagungsstrategie benötigt im Vorfeld Zeit, um die finanzielle Lage, die Leistbarkeit und die persönlichen Ziele herauszufinden.

Wenn Sie sich (siehe oben) nichts erwarten, werden Sie keine Aktivitäten zur Erreichung setzen und ergo auch nichts bekommen. Klingt hart, ich weiß!

Schlechte Erfahrungen sollten Sie nie davon abhalten, Ihr Geld zu veranlagen. Es gibt eine so große Bandbreite an Möglichkeiten, dass Sie sicher etwas passendes finden, wenn Sie danach Ausschau halten.

Seien Sie mutig und erwarten Sie das Großartige! Wenn dann nur 90% davon eintreffen, ist es immer noch viel mehr, als wenn Sie sich nichts erwarten und passiv bleiben! Denn von Nichts sind 90% auch Nichts.

Mischfonds, Dachfonds oder doch lieber getrennt?

In letzter Zeit sind die Mischfonds, also Fonds die in Aktien und Anleihen anlegen, bei den Käufern sehr beliebt geworden. Einen ähnlichen Trend gibt es auch bei Dachfonds, die in beide Assetklassen investieren können. Diese beiden Fondsklassen sind für Anlageberater natürlich sehr bequem, denn sie müssen sich nicht den Kopf über die Portfoliozusammensetzung zerbrechen. Die Beratung wird dadurch einfacher.

Mischfonds

Solche Fonds vermitteln den Eindruck, dass durch die Veranlagung in zwei unterschiedliche Assetklassen das Risiko und die Volatilität reduziert werden. Als Investor muss man sich nicht selbst entscheiden, wie groß der Aktien- und Anleiheanteil im Portfolio sein soll, denn das macht der Fondsmanager nach bestimmten Regeln und hoffentlich nach den Markterfordernissen. Klingt praktisch und logisch!

Leider kann man das Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen nicht individuell steuern und das ist ein großer Nachteil -> weiter unten mehr dazu!

Dachfonds

Dachfonds sind wieder eine andere Sache: ein Dachfonds kauft andere Fonds ein. Dadurch wird die Streuung für den Anleger größer, denn er kauft einen Fonds und erhält dafür mehrere verschiedene Fonds. Das ist ein Vorteil.
Ein Nachteil dieses Konstruktes sind die Kosten, denn ersten kostet der Kauf des Dachfonds ein Agio. Zweitens können auch dem Dachfonds für die Käufe Gebühren verrechnet werden, die an den Anleger überwälzt werden. Das schmälert die Rendite gleich zweimal.
Ich schreibe deswegen „können“, denn es gibt auch Dachfonds, die in sogenannte institutionelle Fonds investieren. Dies sind Fonds für Großanleger (Mindestzeichnung meist im Millionenbereich, nicht täglich handelbar), welche kein Agio beim Kauf verrechnen.

Es ist eine beliebte Methode von einigen Fondsbanken über die eigenen Fonds einen Dachfonds zu konstruieren, um durch die internen Käufe zusätzliches Geld einzunehmen (vom Kunden natürlich).

Wie geht es besser?

Um ein Portfolio auf die persönlichen Bedürfnisse abstimmen zu können, müssen die verschiedenen Anlageformen in ihrer Höhe auf einander abgestimmt werden. Das kann nur durch gezielte Fondsauswahl geschehen. Daher ist es eindeutig besser, aus dem gesamten Fondsspektrum der Aktien- und Anleihefonds das Portfolio zusammenzustellen.

Damit kann auch ein jährliches Rebalancing, also das Wiederherstellen des gewünschten Gleichgewichtes zwischen den Anlageklassen, einfach durchgeführt werden: Von den „Gewinnerfonds“ werden die Gewinne in die „Verliererfonds“ investiert. Damit wird teuer verkauft und billig gekauft.

Ein weiterer Vorteil ist, dass gezielt aus einem Markt (einem Fonds) herausgegangen werden kann, wenn dieser in eine Krise gerät. Sogenannte Stopp/Loss Orders, also vordefinierte Verlustgrenzen, verursachen einen automatischen Verkauf von Fondsanteile, wenn eine bestimmte Schwelle unterschritten wird. Der Wiedereinstieg erfolgt dann manuell, wenn die Markterholung nachhaltig ist.

Dazu benötigt es natürlich ein entsprechendes Fachwissen und die richtigen Werkzeuge auf Seiten des Finanzberaters, um dabei auch die Marktentwicklung entsprechend zu berücksichtigen.

What to do next?

Wenn Sie sich für ein gut gestricktes Portfolio interessieren, dann melden Sie sich bei mir hier oder telefonisch unter 0699 19047359 oder per eMail unter giefing@finanzberatung-wien.biz

Die Zeit läuft wie Sand durch die Finger

Immer diese Entscheidungen

Die Zeit läuft wie Sand durch die FingerKennen Sie das? Sie sollten sich endlich an den Schreibtisch setzen und Ihre Rechnungen ordnen, aber die Couch hält Sie fest? Geht mir auch oft so. Aber da ist dann so eine Unruhe in mir, da kann ich mich gar nicht so recht auf das Faulenzen konzentrieren. Trotzdem kann ich mich nicht entschließen, etwas zu ändern.

Unentschlossenheit schafft einen unruhigen Geist“ hat einmal Napoleon Hill geschrieben. Da ist was dran.

Unentschlossen zu sein, heißt nicht unbedingt, keine Entscheidung zu treffen, sondern die Entscheidungsfindung vor sich her zu schieben. Man sagt, erfolgreiche Menschen entscheiden schnell und meist richtig, die Erfolglosen brauchen dafür eine Ewigkeit und treffen ihre Entscheidung meist angstbasiert. Die Erfolgreichen ergreifen eine Chance, wenn sie sie sehen, die Erfolglosen schieben die Entscheidung auf und verpassen so jede Gelegenheit.

Das ist bei finanziellen Entscheidungen genauso. Wer lange darüber grübelt, ob die Preise am Aktienmarkt schon tief genug sind, um einzusteigen, verpasst die jede Kaufgelegenheit. Wer immer nur darauf wartet, ob sich die vergangene Erfolgsperiode wiederholt, wird nie dabei sein. Denn es kommen immer wieder schwache Phasen nach starken Phasen und dann sollte man bereit sein, etwas zu tun. Auf lange Sicht ist es egal, wann Sie einsteigen, wichtig ist, das Sie es tun.

Für manche ist das Leben wie „Warten auf Godot“: viel wird geredet, getan wird wenig, bis es zu spät ist.

Sie wollen das sicher nicht! Sie sind entschlossen, etwas für Ihre finanziellen Ziele zu tun! Daher empfehle ich Ihnen einen Beratungstermin bei mir und ich helfe Ihnen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Jetzt – Und nicht irgendwann!

Wir sparen uns arm

Trockene ZeitenWie schon des Öfteren festgestellt und jetzt wieder durch eine aktuelle Studie belegt, leben wir in Österreich am Ende der Nahrungskette was die Erträge der Sparguthaben betrifft. Dummerweise sind die Preise bei uns höher als bei den Nachbarn. Damit sind wir gleich zweimal „gestraft“.

Gegen die Preisdifferenz kann man als Einzelner nichts tun, denn Lebensmittel muss man nun einmal einkaufen. Aber gegen die schlechten Erträge der Sparguthaben gibt es eine Lösung.

Hier kurz das Ergebnis der Studie: Die Niederländer erhielten seit 2010 im Durchschnitt 7,2% Rendite pro Jahr, die Österreicher nur 2,6%. Wenn man jetzt noch die länderspezifischen Inflationsraten abzieht, bleiben uns nur magere 0,3% im Gegensatz zu 5,4% in den Niederlanden.

Wieso? Ganz klar: wir sparen hauptsächlich über Sparbücher und ähnliche Geldwertprodukte. Durch die niedrigen Zinsen der letzten Jahre bleibt da unter dem Strich nichts über. Wer auf die große Erholung wartet, kann sich auf eine lange Wartezeit einrichten. Solange die Wirtschaft in Europa nicht ordentlich anzieht, bleiben die Zinsen unten. Und steigen dann einmal Wirtschaftsleistung und Zinsen, steigt auch wieder die Inflationsrate an.

Was tun die Niederländer? Sie sparen ZUSÄTZLICH in Aktien(fonds).

Interessant ist, dass bei uns der Unterschied zwischen den Einkommensklassen in Punkto Sparertrag sehr gering ist (ärmste Gruppe 1,7%, reichste Gruppe 2,2%). Damit liegen die „Reichen“ gerade noch über der Inflation und erreichen zumindest einen Kapitalerhalt, aber kaum mehr. Ab einigen Millionen auf der hohen Kante kann das ausreichend sein.

Ich frage mich nun, was machen die Finanzberater in anderen Ländern besser, so dass mehr Kunden auf ihren Rat hören und einen Teil des Geldes in die Wirtschaft investieren? Hier in Österreich ist anscheinend das Streben nach der absoluten Kapitalsicherheit so stark, dass alle anderen Überlegungen verdrängt werden. Bei den Niederländern ist trotz ihrer historischen Erfahrungen eine wesentlich größere Bereitschaft da, etwas zu riskieren und dadurch bessere Renditen zu erwirtschaften.

PS: zum Thema „Wann steigen die Zinsen“ hier ein Weihnachtsgedicht von Fidelity 🙂

Tulpenstrauß

Tulpenhysterie

Wie eine Blume ein ganzes Land fast in den Ruin stürzte

TulpenstraußEs ist knapp 400 Jahre her, da kam eine besondere Blume aus Asien nach Europa: die Tulpe. Im 17. Jhdt. wurde diese Blume in Holland teurer gehandelt als Gold.

Wie kam es dazu?

Tulpen haben die Eigenschaft, dass ihre Blütenfarbe (zur damaligen Zeit) nicht exakt vorhergesagt werden konnte. Grund ist der sogenannte Mosaikvirus, der durch Blattläuse übertragen wird und die verschiedenen Schattierungen und Formen verursacht.
Daher war es immer ein gewisses Ratespiel, wie die Blüte im Frühjahr aussehen wird: einfarbig, mehrfarbig, gestreift? Niemand wusste das so genau. Und dieser Unsicherheitsfaktor machte spezielle Züchtungen so kostbar.
Die Vermehrung über den Samen dauert sehr lange und bei der Knollenteilung fallen immer nur wenige Stück an.
Daher wurden besondere Tulpenzwiebel um Summen verkauft, um die man ein ganzes Haus hätte bauen können (ein großes Stadthaus, wohlgemerkt). Dieser Handel war natürlich dem Adel und der wohlhabenden Bevölkerung vorbehalten, denn ein normaler Arbeiter konnte sich diese Summen sein ganzes Leben nicht leisten.

Die Tulpe wurde zum Statussymbol. Wer Tulpen in seinem Garten hatte, zeigte seinen Reichtum, denn anders (z.B. durch wertvolle Kleidung) durfte man im calvinistischen Holland nicht protzen, das war streng verpönt.
Da die Blütezeit relativ kurz ist, ließen sich viele ihre Tulpen in eigens angefertigten Büchern porträtieren. Auch eine kostspielige Angelegenheit.

Wer Tulpenzwiebeln züchtete, wurde natürlich schnell reich. Das lockte viele an, die damit ebenfalls ihr Glück machen wollten. Es verdienten die Züchter, aber auch die Auktionshäuser (sozusagen die „Tulpenbörsen“) Unsummen am Handel mit der Knolle.

Spekulanten und Betrüger

Die Kunden mussten dem Lieferanten vertrauen und wurden auch häufig betrogen: was als besonderes Exemplar teuer gekauft wurde, entpuppte sich im nächsten Frühjahr als unscheinbares Standardgewächs.

Dann kam man auf die Idee, Tulpenzwiebel zu kaufen / verkaufen, die noch gar nicht produziert waren, also ein Termingeschäft abzuschließen. Es wurden Kontrakte gehandelt, ohne dass jemals eine reale Zwiebel den Besitzer gewechselt hat.

Das Ende naht

1637 konnten plötzlich die geforderten Preise nicht mehr erzielt werden, das Interesse an der teuren Zwiebel begann abzunehmen. Wer jetzt im Besitz (real oder als Terminkontrakt) von Tulpen war, versuchte diese möglichst rasch abzustoßen und es kam, wie es immer kommt, wenn einer verkaufen muss und keiner kaufen will: der Preis rauscht gegen Süden. Wer nicht mehr rechtzeitig aussteigen konnte, verlor alles: denn viele Käufe wurden auf Kredit gemacht und die eigenen Häuser dafür verpfändet.

Der Staat musste eingreifen, um die anderen Marktbereiche zu schützen. Es wurden Abschlagszahlungen vereinbart – heute würde man so etwas einen „haircut“ nennen.

Und heute?

Sie sehen, unsere aktuellen Finanzkrisen sind ein alter Hut, es war schon alles einmal da. Dazugelernt haben wir relativ wenig.

Auch heute kaufen viele wenn der Trend schon fast an der Umkehr ist und verkaufen mit Verlust.

Auch heute werden auf den Warenbörsen mehr Waren in Form von Terminkontrakten gehandelt, als überhaupt produziert werden.

Auch heute verdient der Handel auf jeden Fall, der Besitzer aber nicht immer. Umgelegt auf einen Investmentfonds: das Management erhält seine Gebühr, egal, wie gut oder schlecht die Performance ist.

Wenn Sie sich an die Subprime Krise erinnern: da wurde mit Immobilien gehandelt, die ihren Preis nicht wert waren. Viele haben gekauft und am Ende standen selbst große Banken mit heruntergelassenen Hosen da.

Und die Moral von der Geschichte: lege nicht alle Zwiebel in einen Korb!
Wenn etwas als der ultimative Veranlagungstipp gehandelt wird, dann sollte man mindestens zweimal darüber nachdenken, ob man da dabei sein möchte.

Heute können Sie aus einer Vielzahl von Produkten wählen und so Ihr Risiko minimieren.

Daher lade ich Sie ein, sich bei einem kostenlosen Erstgespräch über die verschiedenen Möglichkeiten beraten zu lassen.
Sie erreichen mich unter 0699 19047359 oder können sich online einen Termin vereinbaren.

Segelboot im Abendrot

Mündelsichere Veranlagung

Ich wurde letztens um eine mündelsichere Veranlagung gefragt. Hintergrund der Anfrage war der Wunsch, möglichst keine Verluste am Depot erleiden zu müssen. Leider erfüllen nur ganz wenige Veranlagungen die gesetzlichen Vorgaben der Mündelsicherheit.

Mündelsicher bedeutet, dass Gelder Minderjähriger in Spareinlagen, Forderungswertpapiere (= Anleihen), durch Gewährung von Darlehen oder durch Erwerb von Liegenschaften möglichst fruchtbringend angelegt werden müssen. Anleihen dürfen nur dann gekauft werden, wenn dahinter der Staat oder die Länder stehen. Wenn wir uns jetzt kurz an die HypoAlpeAdria und die Landeshaftung von Kärnten erinnern wollen … schon vorbei mit der Sicherheit. Weitere Anleihevarianten von Kreditinstituten mit speziellen Auflagen werden ebenfalls als sicher genug erachtet. Eine Aufzählung findet sich im §215 ABGB und folgende (wenn’s wer genau wissen will).

Leider haben diese Veranlagungen ein Problem: der Zinssatz ist so niedrig, dass sich nach Steuer und Inflation kein Gewinn erwirtschaften lässt. Das Geld ist zwar numerisch am Konto nicht weniger geworden, hat aber im Laufe der Jahre massiv an Kaufkraft verloren. Fruchtbringend?

Aktuell ist es schwierig, mit geringstem Risiko Erträge über der Inflation zu erzielen. Eine Möglichkeit sind Firmenanleihen, denn Staatsanleihen aus der Eurozone sind derzeit ein Verlustgeschäft. Aus meiner Sicht kann auch ein internationaler Aktienfonds gute Renditen bringen, ohne das Risiko stark zu erhöhen.

Wenn Sie auf der Suche nach einer langfristigen Geldanlage sind, dann rufen Sie mich an: +43 699 19047359 oder vereinbaren Sie sich online einen Termin. Ich berate Sie gerne unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Situation und Ziele.

Pensionslücke berechnen

grafík pensionslückeLaut einer aktuellen Studie von Spectra können (ich kann’s zwar nicht glauben) nur knapp 20% aller Österreicher erklären, was die Pensionslücke ist und welche Konsequenzen diese hat!

Daher hier ein kleiner Leitfaden, wie man seine Pensionslücke ausrechnet und was man dagegen tun kann:

Berechnung:

  1. Überlegen Sie sich, wie viel Geld Sie in der Pension monatlich brauchen:
    Einige Ausgaben (Fahrtkosten zur Arbeit) werden wahrscheinlich wegfallen, andere (Gesundheitskosten) werden dazukommen.
    Sehr hilfreich ist hier ein Haushaltsbuch, in das man über einige Monate alle Ausgaben einschreibt (geht mit Excel sehr einfach, ein gratis Musterworksheet können Sie bei mir anfordern).
  2. Schauen Sie in Ihrem Pensionskonto der PVA nach, wie hoch die Bruttopension vermutlich sein wird und rechnen Sie sich Ihre Nettopension aus.
    Hier muss man bedenken, dass es sich bei diesem „Kontoauszug“ nur um eine Schätzung auf Basis der aktuellen Gesetzeslage und Ihrer Einzahlungen handelt. Je näher man der Pension ist, um so genauer ist der Betrag.
    Wer noch 20 oder 30 Jahre bis zur Pension hat, kann diese Prognose gleich vergessen, denn bis dahin wird es noch viele Reformen geben (zu ungunsten der Pensionisten). In diesem Fall würde ich das aktuelle Nettoeinkommen mit einer kleinen jährlichen Steigerung (1-2%) hochrechnen und vom Endergebnis dann 50% als Pension annehmen.
    Frauen sollten die geplante Kinderbetreuungszeit mitbedenken.
  3. Bilden Sie die Differenz und Sie kennen Ihre Pensionslücke.

Das Ergebnis von Schritt 3 wird Sie wahrscheinlich etwas erschrecken. Aber Sie können etwas TUN!
Wenn Ihnen bspw. 500€ pro Monat fehlen, dann können Sie sich diese von Ihrem Investmentfondsdepot monatlich entnehmen, wenn auf Ihrem Depot ein Wert von zumindest 100.000€ liegt.
Wie kommen Sie zu 100.000€?
Sie sparen 30 Jahre jedes Monat 100€ oder 20 Jahre lang 200€ monatlich.

Es sei noch angemerkt, dass in dieser Rechnung die Inflation unberücksichtigt ist. Das in der Pension gewünschte Einkommen aus heutiger Sicht muss um die durchschnittliche Inflation der Jahre bis zum Antritt aufgewertet werden.

Sie sehen, wer früher beginnt, für die Pension vorzusorgen, kann später entspannt in den Ruhestand gehen.

Und noch ein positiver Effekt: wenn Sie nur den Renditzuwachs entnehmen, bleibt Ihr Depotstand praktisch unverändert. Im Notfall können Sie immer noch teilweise darauf zurückgreifen, denn Fondsdepots sind flexibel. Ansonsten bleibt es nach Ihrem Ableben als Startkapital für die nächste Generation oder einem karitativen Zweck – ganz nach belieben.

Vorsorge für die nächste Generation:
Wenn es in Ihrer Familie (Enkel)Kinder gibt, dann sind Investmentfonds (siehe Rechnung oben) die ideale Sparform für deren späteres Leben. Mit einem Investmentfondssparplan schlagen Sie jede Vorsorgeversicherung haushoch. Die Kosten für den Kauf von Fondsanteilen betragen zwischen 3 und 5,5%, d.h. fast 95% werden veranlagt. Wissen Sie, wie viel von einer Lebensversicherungsprämie veranlagt wird? Ca. 80% – der Rest sind Kosten und der Risikoanteil für vorzeitiges Ableben. Von der Höhe der Abschlussprovision bei den verschiedenen Versicherungsvarianten ganz zu schweigen.

Wenn Sie einen Termin mit mir vereinbaren, dann besprechen wir Ihre Situation im Detail und die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten. Rufen Sie mich an (0699 19047359) oder mailen Sie mir.