Wie denkt Österreich über Vorsorge und Pensionskonto

Eine Studie einiger Versicherungen zeigt das Spar- und Vorsorgeverhalten der Österreicher.

Aus dieser Studie geht hervor, dass viele mittels Sparbuch und Bausparvertrag versuchen Geld für die Pension auf die Seite zu legen. Offensichtlich in der Unkenntnis, wie hoch der Zinssatz sein muss, damit man über die Inflation kommt und tatsächlich MEHR Geld hat und nicht weniger. Beide Produkte sind leider weit davon entfernt.

Die Ursache für dieses Verhalten ergibt sich auch aus der Risikoaversion. Mehr als 50% wollen kein oder ein geringes Risiko. Aber das größte Risiko bei der Geldanlage ist es, KEIN Risiko einzugehen. Denn dann erwischt einem die Inflation.

Fast 50% sparen nicht, weil die Zinsen so niedrig sind. Methode Kopf in den Sand und Augen zu, wird schon schiefgehen. Besser wäre es doch, sich über die Möglichkeiten zu informieren und mit dem richtigen Anlagemix vernünftige Zinsen zu holen, bei moderatem Risiko.

Ein positiver Aspekt ist mir noch aufgefallen: die Anzahl der Personen, die sich überhaupt Gedanken darüber macht, steigt.

Hier der Link zum Artikel:

http://www.fondsprofessionell.at/news/news-products/nid/studie-so-denkt-oesterreich-ueber-vorsorge-und-quotpensionskonto-neuquot/gid/1015708/

Das neue Pensionskonto

Haben Sie auch Post von Ihrer Sozialversicherungsanstalt zum Thema „Pensionskonto“ bekommen? Dieses wird im Laufe des heurigen Jahres (2014) online gehen. Hoffentlich erfolgreicher als die Zentralmatura (obwohl ich das kaum glauben kann).

Es wird auf jeden Fall wichtig sein, den Inhalt des Pensionskontos genau zu überprüfen, denn fehlende Versicherungsjahre können sich auf die Pensionshöhe bzw. das Antrittsalter negativ auswirken.

Man kann ja auch schon jetzt online einen Versicherungsdatenauszug anfordern und erhält diesen sofort am Bildschirm als PDF Datei angezeigt. Dazu benötigt man eine sogenannte „qualifizierte digitale Signatur“ – nicht fürchten, alles halb so schlimm.

Um zu dieser digitalen Signatur zu kommen, gibt es einige Möglichkeiten. Das sind meiner Meinung die zwei einfachsten Varianten:

  • Sie aktivieren Ihr Handy („Handy Signatur“)
  • Sie aktivieren Ihre e-Card

Handy Signatur

Eine Auflistung der verschiedenen Aktivierungsmöglichkeiten gibt es bei A-Trust: http://www.handy-signatur.at/

Im Prinzip ist diese Variante für alle Personen mit Mobilfunkverträgen verfügbar, für Wertkartenhandys nicht. Warum: Bei einem Mobilfunkvertrag werden Ihre persönlichen Daten bei Vertragsabschluss mittels Lichtbildausweis geprüft. Der Vertrag (=die SIM Karte) ist somit Ihnen persönlich zugeordnet. Ein Wertkartenhandy hingegen ist anonym.

Die Aktivierung kann dann über Finanzonline (das Online Service unseres geliebten Finanzministeriums) erfolgen. Wenn Sie bereits einen Zugang auf haben, geht das sehr schnell und direkt von zu Hause aus. Haben Sie noch keinen, können Sie diesen hier anfordern:

https://finanzonline.bmf.gv.at/fon/.

Dann müssen Sie noch auf einen RSa Brief warten. In diesem finden Sie die Zugangsdaten zu Finanzonline. Dann können Sie Ihr Handy aktivieren und zukünftig für die Anmeldung zu den verschiedenen e-Services nutzen.

Signatur mittels e-Card (Bürgerkarte)

Die zweite Variante, wie Sie Zugang erhalten, ist die Verwendung der e-Card. Dazu benötigen Sie einen Kartenleser an Ihrem PC. Ist der Kartenleser betriebsbereit, können Sie über die a-Trust Seite den sogenannten „a-sign client“ installieren (http://www.a-trust.at/ATrust/asignclient.aspx). Danach kann es auch schon losgehen. In einem mehrstufigen Verfahren werden verschiedene Daten („Schlüssel“) auf Ihre Karte geladen. Sie werden aufgefordert, eine Karten- und eine Signatur PIN einzugeben (GUT MERKEN!). Leider müssen Sie auch bei diesem Verfahren auf einen RSa Brief warten. Dieser enthält einen Zugangsschlüssel. Erst damit lässt sich das Verfahren abschließen und die Karte endgültig aktivieren.

Alternativ zur Installation des a-sign clients gibt es auch eine Onlinevariante (basierend auf java). Nennt sich „Online BKU“ = BürgerKartenUmgebung. Ist manchmal etwas störrisch, vor allem, wenn die installierte java Version nicht der entspricht, die der Client gerne hätte.

Um die e-Card zu aktivieren gibt es noch einen (relativen neuen) Weg: es ist möglich, dass ein „Zertifizierungsbeauftragter“ (z.B. ein Finanzberater) Ihre Karte mit seiner Karte freischaltet. Er (natürlich auch sie) bürgt für Ihre Identität. Dadurch erhält der Berater KEINEN Zugang zu Ihren Daten (wie manche befürchten könnten), das funktioniert weiterhin nur mit Ihrer Karte und Ihrer PIN. Dieser Vorgang kann überall durchgeführt werden (Internetzugang, Computer und Kartenleser vorausgesetzt).

Natürlich können Sie auch zu einer Zertifizierungsstelle gehen und Ihre Karte dort aktivieren lassen (1010 Wien, Schauflergasse, Ecke Ballhausplatz). Dort verkauft man Ihnen auch gleich einen Kartenleser.

Verfügbare e-Services

Haben Sie Ihren Zugang mittels e-Card oder Handy aktiviert, können Sie die verschiedenen Services unserer modernen 🙂 Verwaltung nutzen:

  • Finanzonline: Online Steuerausgleich. Sehr zu empfehlen, da eine Vorausberechnung ohne Übermittlung an das FA gemacht werden kann. Dann weiß man gleich, ob man Steuerschulden hat oder nicht.
  • Pensionskonto, Versicherungsdatenauszug
  • SV Kontoabfrage
  • diverse Anträge an Ihre Sozialversicherung
  • Wahlkarten beantragen (auch für die EU Wahl)

Eine Liste aller Dienste finden Sie hier: https://www.buergerkarte.at/anwendungen-karte.html

Aktivieren Sie Ihren Zugang und nutzen Sie diese Möglichkeiten, es vereinfacht sich doch so manches.

7 Barrieren

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Die 7 psychologischen Barrieren

Manchmal wundere ich mich, warum es so schwierig ist, mit jemanden über seine Geldangelegenheiten zu reden und da sind mir letztens in einem Buch diese sieben emotionalen Barrieren aufgefallen:

  1. Über Geld rede ich nicht gerne
  2. Geld stinkt
  3. Das Thema ist mir zu kompliziert
  4. Finanzthemen sind mir irgendwie zu abstrakt
  5. Wieso, ich bin doch gut versorgt
  6. Sich mit Geld zu beschäftigen macht doch keinen Spaß
  7. Geld ist nicht wichtig

Und Sie?

Wie sehen Sie das? Finden sich da einige Gründe, die auch Sie von einem Beratungsgespräch abhalten?

Ich weiß ja, dass es wenig Spaß macht, wenn einem ein Anderer (meist sogar Fremder) vorrechnet, was man in der Vergangenheit für Fehler gemacht hat. Das ist unangenehm, man schämt sich fast und reagiert dann mit solchen Stehsätzen: Mir egal, bringt nix, brauch ich nicht, keine Zeit, etc.

Warum ist das so?

Dabei kann man gar nichts dafür:

  • Man legt so an, wie es die Eltern gemacht haben – nur haben sich die Zins-Zeiten geändert.
  • Man vertraut einem Berater eines Institutes (egal ob Bank oder Versicherung) – der natürlich die Produkte seines Hauses verkaufen MUSS (sonst erfüllt er seine Vorgaben nicht und dann gibt’s für IHN weniger Geld am Gehaltskonto).
  • Man denkt, man hat zu wenig um damit irgendetwas zu erreichen – aber auch mit kleinen Beträgen über eine längere Zeit lässt sich Kapital aufbauen. Geduld ist gefragt!!
  • Und Geld ist WICHTIG. Merkt man meist erst dann, wenn man’s dringend braucht.
    Sie kennen ja den Spruch: Geld macht nicht glücklich.
    Wer behauptet, dass man ohne Geld glücklich ist muss sich schleunigst um einen Platz in einer Urwaldkolonie suchen. Dort funktioniert‘s vielleicht (noch).

Also weg mit den Scheinargumenten und von einem unabhängigen Berater beraten lassen. Dann weiß man, was geht und was nicht. Und kann sich dann immer noch entscheiden, welche Vorschläge man umsetzt.

Zwei verschiedene Sparansätze

In der Beratung lerne ich häufig einen Kundentyp kennen, den ich als den „Klassischen“ Sparer bezeichne. Dieser Sparer spart wie schon Eltern und Großeltern hauptsächlich in Geldwerten.

Der klassische Kunde

Klasischer Geldwertsparer

Geldwertsparer verliert durch Inflation

 

 

 

 

 

 

 

Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2% erwirtschaftet man in Geldwerten gerade einmal 1,5-2%.

Lebensversicherung (als Sparform) und die Pensionsvorsorge investieren in den ersten zehn Jahren hauptsächlich in Spesen und Abschlussprämien und nicht für den Kunden.
Immobilien erwirtschaften zwar einen Gewinn, allerdings müssen Rücklagen gebildet werden. Wenn es sich um das eigene Haus / die eigene Wohnung handelt, ist es natürlich eine gute Investition, da man dann unabhängig von Mietsteigerungen wird. Bei Immobilien zur Fremdvermietung muss man auch mit Mietausfällen, Reparaturen und sinkenden Mieten rechnen. Auch die Mietgesetze entwickeln sich nicht immer zum Vorteil für den Vermieter.

Investments in einzelne Aktientitel können gute Erträge bringen, aber benötigen viel Zeit, um sich laufend um die Einzelpositionen zu kümmern. Wer diese Zeit nicht hat, bei dem werden sich Gewinn und Verlust so ziemlich die Waage halten.

Der sicherheitsorientierte Kunde

So ist  ein Kunde aufgestellt, wenn er in Sachwerte investiert:

Sachwertkunde mit diversifizierter Anlagestrategie

Sachwertkunde mit diversifizierter Anlagestrategie

 

 

 

 

 

 

 

Auch dieser Kunde hat Geld auf einem Sparbuch für die Eventualitäten des Lebens: Ein Auto muss schnell mal zur Reparatur, für einen Urlaub sollte man ansparen und nicht auf die Reserven zurückgreifen, für Weihnachtsgeschenke der lieben Familie braucht man auch ein paar Hunderter, etc. All das wird über ein Sparbuch bezahlt.

Dieser Kunde hat sein Eigenheim (Wohnung oder Haus), möglicherweise mittels eines günstigen Hypodarlehens finanziert (hier wirkt die Inflation ja für den Schuldner).

Aber alle anderen Gelder sind langfristig in Sachwerten veranlagt (OK, wenn man’s genau nimmt sind Anleihen auch Geldwert, allerdings mit einer besseren Verzinsung).

Mit so einem Anlagemix kann man wesentlich höhere Zinsen erhalten, ist trotzdem flexibel und kann auf die Eventualitäten des Lebens reagieren.
Siehe auch folgenden Artikel: Das 9% Portfolio

Ewige Rente: Wie Versicherungen rechnen

Die Presse vom 23.3.2014: Altersvorsorge: Wer wird die Pensionen zahlen?

Im Artikel wird eine namhafte Versicherung mit einer kleinen Rentenberechnung zitiert:

Laut Versicherung muss ein 20 jähriger 270€ pro Monat 45 Jahre lang einzahlen, damit er dann 1.000€ pro Monat Zusatzrente erhält. Das kam mir etwas viel vor, daher habe ich einmal nachgerechnet.

Ergebnis:

Wenn man die 270€ direkt in einen Investmentfonds spart, erhält man (bei realistischen 5%) eine Endsumme von 504.800€ und kann sich daraus eine ewige Rente in der Höhe von 2.000€ auszahlen lassen (vor Steuer).
Oder umgekehrt: für die angestrebten 1.000€ Rente genügt bei meinem Szenario eine monatliche Sparsumme von 125€, also weniger als die Hälfte.
Wenn wir die KESt. in der heutigen Höhe berücksichtigen, also 1.250€ Rente vor Steuer benötigen, dann müssen wir 160€ sparen. Den Ausgabeaufschlag für den Fonds (5%) habe ich damit auch schon berücksichtigt.

Man sieht: Versicherungen rechnen SICHER anders.