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pensionsvorsorge und zinseszins

Wann soll man mit der Pensionsvorsorge beginnen?

pensionsvorsorge und zinseszins

Folgendes Zitat wird fälschlicherweise Albert Einstein zugeschrieben:

Der Zinseszins ist die größte Erfindung des Menschen.

Wer es auch immer gesagt hat, hat damit völlig recht gehabt.

Pensionsvorsorge und Zinseszins

Diese zwei Begriffe und der Faktor Zeit gehören unbedingt zusammen. Wer seiner Pensionsvorsorge genügend Zeit gibt, profitiert vom Zinseszins mehr als vom direkten Ertrag.

Zinseszins
Zinseszins

Deutlich zu sehen ist der Anstieg nach ungefähr 12 Jahren. Ab hier ist der Zinseszins Hauptträger der Performance.

„Ich habe jetzt keine Zeit, mich damit zu beschäftigen“

Wer dieser Meinung ist, verliert die wichtigste Erfolgskomponente jeder Veranlagung: die Veranlagungsdauer. Je länger die Veranlagungsdauer umso höher der Zinseszins und umso niedriger die Schwankungen.

Eine statistische Auswertung des S&P 500 Index von 1938 bis 2018 hat gezeigt, dass die Schwankungen bei einer einjährigen Veranlagung bei 50% lag: es war also wie im Casino, einmal gewinnt man, einmal verliert man. Bei 20 Jahren war die Chance, eine schlechte Periode zu erwischen nur mehr bei 3% und bei 30 Jahren gab es KEINE negative Veranlagungsperiode mehr.


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Wenn Sie mehr wissen möchten, dann kontaktieren Sie mich: Termin online vereinbaren, giefing@finanzberatung-wien.biz oder anrufen +43 699 19047359 – jederzeit gerne!

weltgruseltag weltspartag halloween

Weltgruseltag Weltspartag (31.10.)

weltgruseltag weltspartag

Es ist wieder einmal der 31.10. und alle schaudert es ganz fürchterlich. Auch wegen Halloween, aber vor allem, weil am Weltspartag die Familie auf die Bank geht und dort das Ersparte aus dem Schweinchen auf das Sparbuch einzahlen lässt. Und dann kommt das Zinsgespenst: fast unsichtbar, aber richtig zum Fürchten!

Weltspartag – aber keine Zinsen in Sicht

Wieder ein Jahr ohne nennenswerte Zinserträge, aber einer durchaus ordentlichen Inflation von rd. 1,9%. 1000€ auf einem Sparbuch sind nach einem Jahr nur mehr 981€ wert. Die winzigen Zinsen nach KESt. rechne ich gar nicht mehr dazu.

Kann man sich den Weltspartag sparen?

Das fragt die INGDIBA in ihrem aktuellen Newsletter und kommt zu dem prägnanten Satz: Investieren ist das neue Sparen. In der Form des Sparbuches kann man sich den Weltspartag tatsächlich sparen. Abgesehen vom Notgroschen für Unvorhergesehenes, darf nichts am Sparbuch liegen, worauf man längerfristig verzichten kann.

Sparen und der Kaufverzicht

Natürlich wollen viele Menschen möglichst gleich kaufen und nicht warten. Damit verpufft aber die liquide Reserve und manche schlittern damit auch noch in Ratenkäufe und Konsumkredite. Dann bleibt natürlich noch weniger vom Einkommen über. Fazit (bei manchen) ah scho wurscht 🙂

Weltspartag: nachdenken über Einsparungsmöglichkeiten

Am Weltspartag könnte man sich auch Gedanken darüber machen, wo überall Geld hinfliegt. Ist der Gas- und Stromtarif noch optimal (Hier eine Empfehlung von mir: Fixkostenoptimierung)? Handytarif und Internetkosten – zu bequem, um zu wechseln? Festnetztelefon – braucht das noch wer (von Einzelfällen und Firmen abgesehen)? Wie oft geht man auswärts essen, obwohl der Kühlschrank gut gefüllt ist? Wie viel an Lebensmitteln werden weggeworfen, weil man sie doch nicht verbrauchen konnte? Neuestes Handy oder doch das Modell vom Vorjahr?

Was fällt Ihnen hier noch alles ein?

Das wird ein unbequemer Weltspartag und Weltspartagsgeschenk gibt’s auch nicht für die Arbeit, zumindest nicht sofort. Langfristig sind bei diesen Vorschlägen viele Euros an Einsparungspotential möglich – das ist dann das wahre Geschenk.

Weltanlagetag – Weltfondstag (19.4.)

Alle Jahre am 19.4. gibt es den Weltfondstag zur Erinnerung, dass nur die Veranlagung in Sachwerte reich macht. Warten Sie nicht bis April – fangen Sie heute am Weltspartag an!

Wenn Sie meine Unterstützung brauchen: Termin online vereinbaren, giefing@finanzberatung-wien.biz oder anrufen +43 699 19047359 – jederzeit gerne!

harte Zeiten für junge Frauen

Harte Zeiten für junge Frauen

harte Zeiten für junge FrauenWenn Sie heute weiblich und zwischen 30 und 40 Jahren alt sind, gerade Kinder großziehen, dann sollten Sie sich einen Moment Zeit nehmen und hier weiterlesen.

Es kommen harte Zeiten auf junge Frauen zu

Bei einem Fachvortrag der Pensionsversicherungsanstalt PVA wurde vorgerechnet, dass die Pension in 20 – 30 Jahren maximal 50% des durchschnittlichen Einkommens (berechnet über die gesamte Einkommenszeit) sein wird. Das ist dann allerdings erst die Bruttopension, Abgaben kommen noch weg.

Warum sind gerade junge Frauen so stark betroffen?

Es ist bekannt, dass durch Kindererziehung, Teilzeitarbeit und schlechtere Bezahlung Beitragsmonate fehlen und das Durchschnittseinkommen sehr niedrig ist. Von den Auswirkungen einer Scheidung ganz zu schweigen.

Von dem, was an Pension einmal ausgezahlt werden wird, kann niemand tatsächlich leben. Damit sind Frauen auch in der Pension von einem zweiten Einkommen (Ehemann, Arbeit) abhängig.

Sicherheit hat Vorrang

Was können Sie tun, wenn Sie heute dieser Altersgruppe angehören? Egal, ob Sie im Supermarkt an der Kasse arbeiten oder mit einem Doktortitel in der Forschung beschäftigt sind, Sie müssen HEUTE mit dem Sparen beginnen

Dieses Geld muss möglichst sicher angelegt werden. Das Sparbuch allerdings ist dafür nicht geeignet: auf Grund der Zinsen weit unter der Inflationsrate verliert das Geld Jahr für Jahr an Kaufkraft. Es ist zwar supersicher, aber leider in 20 Jahren kaum etwas wert.

Daher muss eine Veranlagung gefunden werden, die möglichst sicher ist und Erträge über der Inflationsrate liefert.

Der große Vorteil, wenn Sie bis zur Pension noch 20 oder mehr Jahre Zeit haben: je länger der Veranlagungszeitraum ist, umso besser und sicherer sind die Erträge.

Wo finden Sie eine passende Veranlagung?

Dafür gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Sie können zur Bank gehen, zu einem Versicherungsmakler oder einem Anlageberater. Alle drei haben unterschiedliche Produkte, die sie Ihnen empfehlen können. Worauf Sie allerdings achten müssen, sind die Kosten. Wenn Ihnen eine Anlageberatung gratis oder sehr günstig angeboten wird, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie den Berater über die Produktkosten indirekt bezahlen. Auch die Bank lebt davon, dass von Fondsanbietern Teile der Produktspesen als Provision an die Bank fließen.

Teuer und günstig zugleich: Honorarberatung

Wenn Sie einen Honorarberater wie mich beauftragen, dann haben Sie mehrere Vorteile: ich berate Sie produktunabhängig und empfehle Ihnen Veranlagungen mit möglichst geringen Kosten. Mein Honorar erscheint anfangs vielleicht hoch, rechnet sich aber durch die eingesparten Provisionen nach ein bis zwei Jahren.

Wer bei den Kosten spart, hat automatisch mehr Ertrag bei gleichem Risiko.

Wenn Sie mehr wissen möchten: Termin online vereinbaren, giefing@finanzberatung-wien.biz oder anrufen +43 699 19047359 – jederzeit gerne!

leere taschen

Millenials brauchen 500.000€ bei Pensionsantritt

millenials brauchen 500.000€ bei PensionsantrittWer sind die Millenials?

Die Generation Y (Geburtsjahre 1980 – 1999), auch Millennials genannt, ist heute mitten in ihrer beruflichen Laufbahn. Sie wird wahrscheinlich nach 50 Berufsjahren so ab 2050 / 2060 in Pension gehen. Da ist noch eine lange Zeit und das ist gut so!

Unser Pensionssystem

Wenn wir uns die aktuelle Situation bei den Pensionen ansehen, müssen wir feststellen, dass sich dieses System nicht auf ewige Zeiten hinaus weiterführen lässt. Es beginnen weniger Arbeitnehmer zu arbeiten, als Pensionisten mit der Arbeit aufhören. Wir haben ein Umlagesystem bei der Pension: was heute eingenommen wird, wird auch heute für die Pensionisten ausgegeben. Daher sind aktive Erwerbstätige so wichtig für den Fortbestand. Je weniger Erwerbstätige, umso weniger Einnahmen, umso weniger Geld für die Pensionen.

Millenials brauchen 500.000€ bei Pensionsantritt

Wer also heute Mitte 20, Anfang 30 ist muss mit herben finanziellen Einbußen beim Pensionsantritt rechnen. Besonders jene, die eine gute Karriere vor sich haben, werden am Ende mit sehr wenig staatlicher Unterstützung und einer riesigen Pensionslücke dastehen.

Was tun? Zwei wichtige Grundsätze:

  1. Zuerst sparen und DANN Geld ausgeben!
  2. Das Ersparte langfristig nicht angreifen!

Wie kann man 500.000€ zusammen sparen? Fonds Professionell hat in einem Artikel die verschiedenen Varianten an notwendigen Sparraten, Zinsen und Spardauer zusammengestellt.

Beispiel: bei Geburt Sparplan mit 56€ pro Monat starten, bis zum 65. Lebensjahr durchhalten, angenommene Durchschnittsrendite von 6% pro Jahr. Beginnt man erst mit 20, dann muss man schon 190€ pro Monat sparen.

In der Tabelle sind allerdings Steuern und Gebühren nicht berücksichtigt, daher wird man in der Realität die Zielsumme nach unten setzen müssen, damit das ganze auch noch leistbar bleibt. Welchen Zinssatz man in der Simulation als realistisch annimmt, liegt im eigenen Ermessen und der Risikobereitschaft.

500.000€ sind eine Menge Geld

Aus dieser halben Million Euro lässt sich eine Zusatzpension von rd. 1700€ pro Monat entnehmen, ohne das Kapital angreifen zu müssen. Es bleibt also noch etwas für die Erben oder die Übersiedlung in ein komfortables Altersheim übrig. Auch hier er Hinweis: die Entnahmehöhe hängt natürlich stark von der dann erzielbaren Rendite ab und kann dementsprechend schwanken!

Die Inflation frisst die Hälfte

Noch ein Hinweis: die 1.700€ werden bei 2% Inflation pro Jahr in 40 Jahren eine Kaufkraft von ungefähr 740€ haben! Glauben Sie mir jetzt, wie wichtig es ist, ein halber Millionär zu werden?

Wer mehr wissen will und sich auf den Weg zur halben Million machen will: einen Termin vereinbaren (hier oder anrufen +43 699 19047359)

Sei gierig, wenn die anderen Angst haben, …

(c) fondsweb.at

iShares Core MSCI World UCITS ETF

Mr Großinvestor Warren Buffett hat diesen Spruch geprägt:

Sei gierig, wenn die anderen Angst haben, und habe Angst, wenn andere gierig sind

Oder etwas weniger scharf formuliert: Wenn alle von Aktienkursen und Gewinnen an der Börse reden, ist ein guter Moment, die Aktienpositionen langsam abzubauen. Wenn aber alle von Krise reden, ist es Zeit, den Aktienanteil wieder aufzubauen. Die Gierphase nennt man auch eine Milchmädchenhausse 🙂

 

Warum ist das so?

Im Aktienpreis ist nicht nur der aktuelle Unternehmenswert eingepreist, sondern ganz stark auch die Erwartung an die Zukunft. Wenn Anleger die Zukunft des Unternehmens (des Marktes) rosa sehen, dann kaufen sie und der Preis steigt weiter. Somit wird dementsprechend teuer eingekauft. Man zahlt sozusagen eine Stimmungszuschlag auf den realen Kurs.

Umgekehrt genauso: wenn niemand von Aktien spricht, sind die Kurse am Boden. Denn keiner will sie haben.

Kleiner Ausflug zum Thema Aktienpreis und Börsenhandel:

Da es für Aktien kein „Zwischenlager“ gibt, muss ein Verkäufer zwingend einen Käufer finden, um einen Kauf zustande zu bringen. Er muss also jemanden finden, der bereit ist, den geforderten Preis zu zahlen. Wenn keiner kaufen will, geht der Preis solange nach unten, bis einer zuschlägt. Der Aktienpreis ist also immer eine direkte Folge von Angebot und Nachfrage.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Handeln?

Eindeutige Signale für Gier und Angst zu finden ist schwer. Da ist es schon wesentlich einfacher, dann zu investieren, wenn Geld dafür verfügbar ist und diese Investition gegen Verlust durch eine Barriere abzusichern.
Dadurch schließt man aus, dass man Krisen aussitzen will und trotz Abwärtsschwung investiert bleibt. Geht ja fast jedem so: wenn die Werte nach unten gehen, denkt man: so schlimm wird schon nicht. Und wird es schlimm, will man den Verlust nicht realisieren.
Besser ist es, einen automatisierten Verkaufsauftrag einzustellen. Der Computer zögert nicht: wird die festgelegte Verlustschwelle erreicht, wird verkauft – gnadenlos. Danach kann man entscheiden, wann und mit welchen Produkten man wieder einsteigt.

Idealerweise kostet so ein Aus- und Einstieg nur wenige Euros. Daher sind die Kosten kein Thema.

Anmerkung:
Da für den Kleinanleger eine vernünftige Aktienmischung aus finanziellen Gründen kaum möglich ist, bieten sich entsprechende Investmentfonds dafür an. Einzelaktien sind immer riskanter, als eine breit gestreute Mischung aus mehreren hundert bis über tausend verschiedenen Aktien.

Wo stehen wir gerade?

Aktuell gehen Experten noch von einer Angstphase aus. Die Gier ist noch nicht in Sicht.

Wollen Sie mehr wissen? Vereinbaren Sie einen Termin mit mir oder rufen Sie mich an: 0699 19047359.

Die Zeit läuft wie Sand durch die Finger

Immer diese Entscheidungen

Die Zeit läuft wie Sand durch die FingerKennen Sie das? Sie sollten sich endlich an den Schreibtisch setzen und Ihre Rechnungen ordnen, aber die Couch hält Sie fest? Geht mir auch oft so. Aber da ist dann so eine Unruhe in mir, da kann ich mich gar nicht so recht auf das Faulenzen konzentrieren. Trotzdem kann ich mich nicht entschließen, etwas zu ändern.

Unentschlossenheit schafft einen unruhigen Geist“ hat einmal Napoleon Hill geschrieben. Da ist was dran.

Unentschlossen zu sein, heißt nicht unbedingt, keine Entscheidung zu treffen, sondern die Entscheidungsfindung vor sich her zu schieben. Man sagt, erfolgreiche Menschen entscheiden schnell und meist richtig, die Erfolglosen brauchen dafür eine Ewigkeit und treffen ihre Entscheidung meist angstbasiert. Die Erfolgreichen ergreifen eine Chance, wenn sie sie sehen, die Erfolglosen schieben die Entscheidung auf und verpassen so jede Gelegenheit.

Das ist bei finanziellen Entscheidungen genauso. Wer lange darüber grübelt, ob die Preise am Aktienmarkt schon tief genug sind, um einzusteigen, verpasst die jede Kaufgelegenheit. Wer immer nur darauf wartet, ob sich die vergangene Erfolgsperiode wiederholt, wird nie dabei sein. Denn es kommen immer wieder schwache Phasen nach starken Phasen und dann sollte man bereit sein, etwas zu tun. Auf lange Sicht ist es egal, wann Sie einsteigen, wichtig ist, das Sie es tun.

Für manche ist das Leben wie „Warten auf Godot“: viel wird geredet, getan wird wenig, bis es zu spät ist.

Sie wollen das sicher nicht! Sie sind entschlossen, etwas für Ihre finanziellen Ziele zu tun! Daher empfehle ich Ihnen einen Beratungstermin bei mir und ich helfe Ihnen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Jetzt – Und nicht irgendwann!

Finanzberater – Ein Beruf mit schlechtem Ruf?

Das sagen viele, wenn sie die Berufsbezeichnung „Finanzberater“ hören. Leider hat sich die Branche diesen miesen Ruf auch wirklich hart erarbeitet: viele große und kleine Skandale der letzten Jahre haben potentielle Kunden verschreckt. Berater, die nur den Profit im Kopf hatten (und die nächste Leasingrate für die Nobelkarosse) haben Kunden mit Anlagekonzepten beglückt, die völlig an den Bedürfnissen der Kunden vorübergingen.

Schlechte (eigentlich nicht vorhandene Ausbildung) tat ein Übriges dazu, den Ruf zu ruinieren. Da riskieren viele lieber einen Inflationsverlust mit dem Sparbuch, als einem Finanzberater in die Finger zu fallen.

Die Provision ist an allem schuld

Viele halten das Provisionssystem für den größten Systemfehler.

Beim Provisionssystem kann es sein, dass Finanzprodukte unterschiedlich honoriert werden. Daher werden die Produkte am Häufigsten vermittelt, die dem Berater / dem Vertrieb das meiste Geld einbringen. Ob das empfohlene Produkt jetzt passt oder nicht, ist leider oft zweitrangig.

Weitere Einkommensbestandteile beim Provisionssystem sind die sogenannten Kickbacks der Produktanbieter (Fondsgesellschaften, Versicherungen). Dabei handelt es sich um Rückvergütungen aus Ausgabeaufschlägen bzw. den Managementgebühren für den Vermittler (bzw. den Vertrieb). Davon bemerkt der Kunde zunächst nichts, denn die Zahlungen erfolgen im Hintergrund und werden nicht offen gelegt. Aber man kann natürlich seinen Berater fragen bzw. ist die Auskunft darüber mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben.

Als eine Lösung wird das Honorarsystem angepriesen: der Kunde zahlt einen Stundensatz für die Beratung und erhält dafür einen Investmentvorschlag. Diesen kann er dann bei einer Bank oder einem Onlinebroker umsetzen. So sind Produkt und Beratung kostenmäßig entkoppelt. Das Verfahren ähnelt dem beim Steuerberater: auch hier bezahlt man für eine bestimmte Leistung auf Stundenbasis (oder pauschaliert).

Leider dominiert in unserer Gesellschaft das Geiz-ist-geil-Motto. Wie bei den Gratishandys schaut keiner darauf, was das Handy letztendlich kosten wird, denn der Preis verschwindet in den monatlichen Beträgen. Vielen Kunden ist es lieber, dem Berater kein Honorar zu überweisen. Die Beratungskosten bleiben dann im Produktpreis „versteckt“ (Provision). Das dadurch ein objektiver Vergleich zwischen verschiedenen Beratern unmöglich wird, wird ignoriert. Hauptsache die Beratung ist „gratis“. So kann ein Bankberater (der ein fixes Gehalt erhält) leicht von sich behaupten, er arbeite gratis für den Kunden, denn seine Kosten werden indirekt über das (hauseigene) Produkt abgerechnet, welches er seinen Kunden in erster Linie empfiehlt. Ein unabhängiger Berater erhält kein Monatsgehalt, er muss seine Kosten direkt über die Beratung beim Kunden verdienen.

Nehmen Sie als Beispiel die verschiedenen Kapitallebensversicherungen. Die Kosten für die Beratung, den Vertrieb, die Verwaltung, etc. werden direkt aus der monatlichen Prämie bezahlt. Aufgeteilt auf die ersten fünf Jahren wird das Berater-/Vertriebshonorar abgezogen – in dieser Zeit ist die Veranlagungssumme praktisch NULL. Verträge unter 10 – 12 Jahren Laufzeit haben praktisch nichts veranlagt. Erst danach beginnt langsam der Kapitalaufbau.

Muss die Beratung gesetzlich geregelt werden?

Auf EU Ebene wird an verschärften Dokumentations-/ Beratungsrichtlinien gearbeitet, zum Teil sind diese bereits vorhanden (Stichwort MIFID 2). Man diskutiert bspw. eine Aufzeichnungsvorschrift (Audio, Video) jedes Gespräches (auch von Telefongesprächen mit dem Kunden)! Wie so etwas praktisch umgesetzt werden soll, interessiert den Gesetzgeber natürlich nicht.
Wie Beamte so sind, erwarten sie sich davon eine bessere und transparentere Beratung. Im Endeffekt werden jedoch nur neue Formulare mit seitenlangen Warnhinweisen erfunden, die wir Berater dem Kunden vorlegen und unterschreiben lassen müssen.
Heute bereits besteht ein Neukundenantrag aus mindestens drei verschiedenen mehrseitigen Dokumenten. Auf der Rückseite jedes der Dokumente stehen die verschiedenen Erklärungen und Hinweise. Im Dokument müssen alle Risiken vom Kunden per Häkchen zur Kenntnis genommen werden. Meine Erfahrung ist: NIEMAND liest tatsächlich die Rückseiten der Dokumente, FAST niemand will eine nähere Erklärung der Risiken haben.

Was wir brauchen

Meiner Meinung brauchen wir ein Mindestmaß an Finanzausbildung in den Grundschulen und einen offenen Umgang mit dem Thema Geld. Wer den Effekt einer Zinseszinsrechnung nicht versteht, den Unterschied zwischen Aktien und Anleihen nicht kennt, wird die Tragweite seiner Finanzentscheidungen nicht überblicken. Durch Nichtwissen entsteht Furcht und diese Furcht verhindert die Beschäftigung mit diesen Dingen. Damit entgehen den österreichischen Sparern eine Unsumme an möglichen Erträgen.

Wir sollten auch unsere Einstellung zu Geld und Gewinn einmal überdenken. Denn hohe Gewinne für sein Geld zu erwirtschaften, ist nicht unmoralisch.

Wie sagte unlängst ein Vortragender beim „EPU Business Labor“ der Wirtschaftskammer:

„Natürlich gibt es höhere Werte als Umsatz und Gewinn. Wenn Sie mir zeigen, wie Sie mit höheren Werten Ihre Miete bezahlen, buche ich ein Seminar darüber bei Ihnen!“

Wir sparen uns arm

Trockene ZeitenWie schon des Öfteren festgestellt und jetzt wieder durch eine aktuelle Studie belegt, leben wir in Österreich am Ende der Nahrungskette was die Erträge der Sparguthaben betrifft. Dummerweise sind die Preise bei uns höher als bei den Nachbarn. Damit sind wir gleich zweimal „gestraft“.

Gegen die Preisdifferenz kann man als Einzelner nichts tun, denn Lebensmittel muss man nun einmal einkaufen. Aber gegen die schlechten Erträge der Sparguthaben gibt es eine Lösung.

Hier kurz das Ergebnis der Studie: Die Niederländer erhielten seit 2010 im Durchschnitt 7,2% Rendite pro Jahr, die Österreicher nur 2,6%. Wenn man jetzt noch die länderspezifischen Inflationsraten abzieht, bleiben uns nur magere 0,3% im Gegensatz zu 5,4% in den Niederlanden.

Wieso? Ganz klar: wir sparen hauptsächlich über Sparbücher und ähnliche Geldwertprodukte. Durch die niedrigen Zinsen der letzten Jahre bleibt da unter dem Strich nichts über. Wer auf die große Erholung wartet, kann sich auf eine lange Wartezeit einrichten. Solange die Wirtschaft in Europa nicht ordentlich anzieht, bleiben die Zinsen unten. Und steigen dann einmal Wirtschaftsleistung und Zinsen, steigt auch wieder die Inflationsrate an.

Was tun die Niederländer? Sie sparen ZUSÄTZLICH in Aktien(fonds).

Interessant ist, dass bei uns der Unterschied zwischen den Einkommensklassen in Punkto Sparertrag sehr gering ist (ärmste Gruppe 1,7%, reichste Gruppe 2,2%). Damit liegen die „Reichen“ gerade noch über der Inflation und erreichen zumindest einen Kapitalerhalt, aber kaum mehr. Ab einigen Millionen auf der hohen Kante kann das ausreichend sein.

Ich frage mich nun, was machen die Finanzberater in anderen Ländern besser, so dass mehr Kunden auf ihren Rat hören und einen Teil des Geldes in die Wirtschaft investieren? Hier in Österreich ist anscheinend das Streben nach der absoluten Kapitalsicherheit so stark, dass alle anderen Überlegungen verdrängt werden. Bei den Niederländern ist trotz ihrer historischen Erfahrungen eine wesentlich größere Bereitschaft da, etwas zu riskieren und dadurch bessere Renditen zu erwirtschaften.

PS: zum Thema „Wann steigen die Zinsen“ hier ein Weihnachtsgedicht von Fidelity 🙂

Erst sparen, dann genießen

renteFinden Sie es auch ziemlich nervig, wenn Ihnen jemand (so wie ich) dauernd etwas von Sparen und Veranlagen erzählt und dass man das über viele Jahre durchhalten muss? Das ersparte Kapital soll man natürlich nicht angreifen, sonst nimmt man sich den Zinseszinseffekt weg! Für viele ein ziemlich langweiliges Thema, einfach unsexy.
Erst kürzlich hat mir eine Berufseinsteigerin (so Mitte 20) erklärt: „Ich glaube nicht, dass sich irgendjemand in meinem Bekanntenkreis für so etwas interessiert!“. Auch OK.

Haben Sie sich schon einmal ausgerechnet, wie alt Sie vermutlich werden? Also wie viele Jahre Sie noch haben, so rein statistisch? Dafür gibt es sogar eigene Berechnungsprogramme im Netz (dieses hier bspw. Wie alt werde ich?).

Ich habe gerade nachgerechnet: mir bleiben noch so ungefähr 24 Jahre (eigentlich verdammt wenig) und davon werde ich wahrscheinlich 20 Jahre in Pension sein.

Wenn dann die Pension da ist, dann ist der Moment gekommen, das Ersparte auch zu genießen. Sie haben dann die Wahl: nur so viel entnehmen, wie der ungefähre Gewinn beträgt oder auch das Grundkapital langsam verbrauchen.

Meine Pensionslücke habe ich mir schon ausgerechnet. Mit diesem Pensions-Brutto-Netto Rechner können Sie die geschätzte Pension laut Ihrem Pensionskontoauszug eingeben und sich die Nettopension ausrechnen lassen. Was Sie heute netto verdienen, wissen Sie ja.

Meine Lücke ist ca. 400€ breit. Da ich in der Pension mindestens gleich gut leben möchte wie heute möchte ich 600€ pro Monat zusätzlich haben.

Woher kann ich diesen Betrag nehmen?

Wenn ich mein Grundkapital nicht verbrauchen möchte, damit auch die Erben noch etwas davon haben, dann benötige ich ein Fondsdepot in der Höhe von mindestens 110.000€. Dafür reicht das Kapital dann auch länger als 20 Jahre (eine sogenannte „Ewige Rente“), sollte ich doch älter als der Durchschnitt werden.

Wenn ich auch das Grundkapital verbrauchen möchte, dann kann ich 20 Jahre lang 600€ entnehmen bei einem Depotwert von 80.000€.
Übrigens: in dieser Modellrechnung hätten Sie 145.000€ von Ihrem Depot konsumiert und nur 80.000€ eingezahlt!

Ziemliche Summen, die man für eine vernünftige Zusatzrente braucht. Daher erst sparen und dann ordentlich genießen, anders herum funktioniert es leider nicht!

Wegrennen, Totstellen oder Kampf

Achtung Gefahr

Achtung Gefahr

Ist man feige, wenn man vor einer echten Lebensgefahr wegläuft? Wohl kaum! Unser Gehirn ist auf Lebenserhaltung trainiert. In der Gefahrensituation werden sehr alte Reaktionsmuster wach: Wegrennen, Totstellen oder Kampf.

Der Befehl zum Angriff kommt dank unserer (meist) vorhandenen Zivilisation relativ eher selten zur Ausführung – Gott sei Dank.

Totstellen, also Kopf einziehen und warten bis alles vorüber ist, ist auch eine beliebte Taktik. Funktioniert nicht immer, manche unangenehme Situation erwischt uns auch dann, wenn der Kopf tief im Sand steckt.

Wegrennen können wir nur vor physischen Gefahren, vor anderen nicht. Auch keine gute Taktik.

Wie entscheiden wir welches Verhalten gerade das Beste ist? Aus dem Bauch heraus, basierend auf bereits erlebten ähnlichen Gelegenheiten oder erlernten Erziehungsmustern. Da werden keine Statistiken befragt, nicht bei  Google nachgeschlagen und meist auch nicht rational nachgedacht. Da regiert das Unterbewusstsein.

Wie bedrohlich sind Finanzentscheidungen?

Eine echte Lebensgefahr geht von solchen Entscheidungen nur selten aus. Natürlich kann man durch unbedachte Entscheidungen (z.B. eine Bürgschaft) viel verlieren. Aber Entscheidungen für oder gegen eine Veranlagung dürfen das tägliche Leben nicht beeinflussen. Denn veranlagen darf man nur das, was man langfristig nicht braucht.

Leider entscheiden wir auch hier oft nach den gleichen Mustern:
Wegrennen: da bietet uns so ein Berater seine Hilfe an und wir winken ab und suchen schnell das Weite, der will ja eh nur unser Geld.
Totstellen: jemand erzählt uns etwas zu dem Thema und wir argumentieren:das brauch ich nicht, das passiert mir nicht, das klappt alles nicht, will ich nicht hören, interessiert mich nicht, geht mich nichts an, …

Dabei wäre hier die Variante „Angriff“ die bessere Lösung. Wir erkennen mit Unterstützung eines Fachmannes die anstehenden Probleme und suchen gemeinsam eine Lösung. Wir lassen uns die Sachbeweise zeigen, recherchieren auch selber im großen Wissensspeicher des Netzes und treffen dann eine rationale Entscheidung. Diese kann durchaus auch eine Entscheidung gegen den Rat des Beraters sein, denn nicht immer passt die Chemie zwischen dem Kunden und dem Berater und nicht jedes Produkt passt zu jedem Kunden. Kommt vor! Dann muss man eben weitersuchen, es gibt genug Möglichkeiten!

Erfolg (auch der Finanzielle) mit drei Buchstaben? TUN!