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Ewige Rente: Wie Versicherungen rechnen

Die Presse vom 23.3.2014: Altersvorsorge: Wer wird die Pensionen zahlen?

Im Artikel wird eine namhafte Versicherung mit einer kleinen Rentenberechnung zitiert:

Laut Versicherung muss ein 20 jähriger 270€ pro Monat 45 Jahre lang einzahlen, damit er dann 1.000€ pro Monat Zusatzrente erhält. Das kam mir etwas viel vor, daher habe ich einmal nachgerechnet.

Ergebnis:

Wenn man die 270€ direkt in einen Investmentfonds spart, erhält man (bei realistischen 5%) eine Endsumme von 504.800€ und kann sich daraus eine ewige Rente in der Höhe von 2.000€ auszahlen lassen (vor Steuer).
Oder umgekehrt: für die angestrebten 1.000€ Rente genügt bei meinem Szenario eine monatliche Sparsumme von 125€, also weniger als die Hälfte.
Wenn wir die KESt. in der heutigen Höhe berücksichtigen, also 1.250€ Rente vor Steuer benötigen, dann müssen wir 160€ sparen. Den Ausgabeaufschlag für den Fonds (5%) habe ich damit auch schon berücksichtigt.

Man sieht: Versicherungen rechnen SICHER anders.

Wenn das Internet Banking geschlossen hat

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Wussten Sie das? Beim Online Banking gibt es auch so etwas wie Öffnungszeiten. Wir leben zwar im 21. Jhdt., aber unsere Banken schalten einfach am Nachmittag/Abend die Transaktionen ab!

Wenn Sie also am Freitag Abend bemerken, dass Sie Ihre Versicherungsprämie noch nicht eingezahlt haben und sich denken: „Na kein Problem, mach ich noch schnell Online“, dann haben Sie mit großer Wahscheinlichkeit ein Problem. Denn Ihre Bank beendet die Transaktionen am frühen Abend (je nach Bank verschieden) und die Transaktion bleibt auf Ihrem Konto bis zum Montag Morgen liegen. Wenn Sie Glück haben, dann sehen Sie das am Konto. Noch absurder wird es, wenn Ihre Bank noch „offen“ hat, die Empfängerbank aber schon „zu“. Dann verschwindet Ihr Geld im digitalen Nirwana bis die Empfängerbank wieder Transaktionen entgegennimmt. Auf Ihrem Konto scheint alles OK, denn das Geld ist weg, aber der Empfänger hat es nicht und schon können Sie eine wichtige Frist versäumt haben.

Diese Bankzeiten nennen sich „cut-off“ Zeiten.

Ein weiterer Nebeneffekt der unterschiedlichen Schließzeiten ist, dass das Geld weder bei Ihnen noch beim Empfänger verzinst wird und der Staat natürlich auch keine KESt. kassieren kann. Macht beim Einzelnen praktisch nichts aus, aber in der Summe an Transaktionen in ganz Österreich summiert sich das natürlich.

Es empfiehlt sich daher:

  • Zahlungen rechtzeitig zu beauftragen
  • Bei der eigenen Bank die cut-off Zeiten zu erfragen

Bei einer kurzen Recherche via g**gle habe ich nur wenig über die cut-off Zeiten unserer Banken gefunden.
Die Erste Bank schreibt die diversen Zeiten in den Geschäftsbedingungen fest (allerdings für nicht-Banker etwas verwirrend). So zB. werden eingehende Kundengelder nur bis 15:00 entgegen genommen, Transfers von Bank zu Bank enden je nach Art der Übertragung zwischen 15:00 und 17:00. Bei der Sparkasse findet man nur einen Hinweis, dass es so etwas wie cut-off Zeiten gibt.


Mein Rat: Zu Risiken und Nebenwirkungen der cut-off Zeiten fragen Sie Ihren Bankberater